... und was könnt Ihr dort erwarten?
Was ist eine Convention überhaupt? Um euch das zu erklären, haben wir eine Convention-Broschüre erstellt, die ihr hier als PDF runterladen könnt. (Adobe Reader erforderlich)
Ein Klick auf das Bild bringt euch zum Download des PDF (4,7 MB)
Außerdem haben wir hier noch einen Bericht unserer RingCon 2012, die vom 5. bis 7. Oktober im Maritim Hotel Bonn stattgefunden hat:
RingCon 2012 – Where fandoms unite
„Juhu, endlich haben die Hobbits den Eisernen Thron erobert!“
„Hallo? Du kennst dich ja wohl gar nicht aus! Das sind zwei komplett verschiedene Welten von denen du da sprichst!“
„Und du warst wohl noch nie auf der RingCon, was?“
So oder so ähnlich kann man sich das Gespräch zwischen einem Out- und einem Insider vorstellen. Einem Congänger und einem Nicht-Congänger. Einem Infizierten und... ja, ihr versteht schon!

Und trotzdem war es ein geradezu magischer Moment, als auf der RingCon 2012 im Maritim Hotel Bonn Sean Astin, auch bekannt als Samweis Gamdschie und Billy Boyd, der Darsteller von Pippin Tuk, auf eben diesem Thron saßen und aus dem Herrn der Ringe vorlasen bzw. sogar ein Lied zum Besten gaben.
Denn das gab es so noch nie! Und es war sogar das erste Mal überhaupt für Billy, dass er auf einer Con dieses Lied gesungen hat. Also hat auch von ihm etwas Besitz ergriffen, das man gemeinhin als „Con-Fieber“ bezeichnen könnte und das 2012 deutlicher zu spüren war denn je.

„Game of Thrones“ und viele seiner Darsteller war neu auf der Con. Ein unbekannte Element, das da unter die bisherigen Fandoms gemischt wurde. Aber wie sich herausstellte: Das RingCon-Phänomen griff auch hier und statt Feindseligkeiten zwischen den verschiedenen „Welten“ gab es ein friedliches Miteinander, ein Annähern – all das, was die gute, familiäre Stimmung ausmacht, wegen der man diese Art von Veranstaltung gerne und auch wiederholt besucht.

Der Vorzeigefall ist hier sicherlich Mark Ferguson. Inzwischen seit zwei Jahren der Master of Ceremonies auf der RingCon, hat er noch keine einzige ausgelassen! Auf der Allerersten war er als „normaler“ Stargast – und seitdem ließ ihn das Spektakel nicht mehr los. „Con-Inventar“ wird er daher liebevoll genannt und ohne ihn geht es nun wirklich nicht. Und er ist immer noch „über-aufgeregt“, wenn er nach Bonn kommt. Routine gibt es hier nicht!

Thomas Robins, ebenfalls 2012 zu Gast, wurde sofort integriert und wusste gar nicht wie ihm geschah – denn wann sieht man schon einmal erwachsene Menschen auf der Bühne, die die Geschichte von „Klaus, der in Auckland Wimpern sammelt“ erzählen oder ein Lied singen über „Dracula, der nie einen Zwerg werfen will“. Aber er hat sich gut angepasst und für manchen unerwarteten Lacher gesorgt!

Wie er auf die RingCon passt?
Durch seine Trilogie „Mara und der Feuerbringer“ an erster Stelle. Und einfach so, wenn man das als Grund anführen kann, an zweiter Stelle. Eigentlich bräuchte man wirklich keinen Grund, um ihn auf die Bühne zu stellen, denn nach spätestens zwei Minuten schreien die vom Kiwi-Trio Mark, Lori und Craig geschädigten Zwerchfelle vor Schmerzen und der Saal brüllt vor Lachen mit. Wenn dann auch noch Bernhard Hoecker auftaucht und ein Ping-Pong-artiger Schlagaustausch zwischen zwei grandiosen Entertainern beginnt, ist es sowieso um jeden geschehen. Und für die musikalische Abendunterhaltung durch seine Band „Hapo Speaks!!“ sorgte der Münchner gleich noch dazu. Inklusive Gastauftritt von seiner bis dato berühmtesten Erfindung: Bernd das Brot. Viele gute Gründe also, Tommy Krappweis zu adoptieren und als Inventar der Con für die nächsten Jahrzehnte zu behalten.

Und auch, wenn sie nicht in den drei „Hobbit“-Filmen zu sehen sein werden und die „Herr der Ringe“ Filme knapp zehn Jahr her sind: Die Freude ist groß, sie zu sehen. Die Schlangen für Autogramme und Fotos sind lang, die Panels voll – Fantasy-Fans sind treu und haben die RingConnies einmal jemanden ins Herz geschlossen, bleibt er da eben auch drin! Und das merkt jeder – auch der, der auf der Bühne steht. Die Atmosphäre stimmt. Das Familiäre gibt den Ton an. Und so wird geknuddelt, gesungen und erzählt. Von den Dreharbeiten „damals“, von den anderen Schauspielern, von Erlebnissen – frei von der Leber weg. Man ist ja unter Freunden. Da kann man dann auch mal fragen, ob Viggo Mortensen ein guter Küsser ist oder ehrlich zugeben, dass man sich als Hobbit „klein und fett“ gefühlt hat.

Wie man ein Teil dieser Welt werden kann oder Neues erlernt, das erfährt man in den Workshops: Schwertkampf, Schauspiel, Chorgesang und sogar Nageldesign – es ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei, der noch tiefer eintauchen will in das Geschehen und in die fremden Welten.
Und so viel Eifer soll und will auch belohnt werden. Der Talentwettbewerb findet traditionell am Samstagnachmittag statt. Hier werden Kostüme, aber auch originelle Ideen gekürt. Jedes Jahr ist die Vielfalt der Darbietungen schier unglaublich. Von Elben über Charakteren aus Sucker Punch, Vampiren, Barden, Harry Potter Charakteren, diversen Crossovers, Song-Medleys – der Wettbewerb zeigt in kleinerem Rahmen die Vielfalt der Con und die verschiedenen Fandoms. Vor allem aber die Kreativität der Besucher und die Hingabe zu ihren liebsten Büchern, Serien und Filmen.

Hier entstehen Freundschaften. Und hier entstehen auch Liebespaare, wie eines der emotionalen Highlights der RingCon 2012 zeigt: Ein Heiratsantrag nach dem Talentwettbewerb. Im großen Stil auf der großen Bühne im großen Saal. Also ein großes Ding. Ebenso groß wie der Kloß, den so ziemlich jeder im Hals hatte. Auch der größte Zyniker und missmutigste Zwerg. Aber genau das zeigt deutlich, wie sehr so eine Con die Menschen zusammenschweißen kann und zu einem Highlight im Jahr vieler Menschen wird.

Und sollte da nichts dabei sein, gibt es immer noch den Ort, wo man beim Shoppen auch noch etwas Gutes tut: 2012 gab es zum ersten Mal auf der RingCon einen Stand von Sea Shepherd. Auch dort kann man sich mit Shirts und anderem „Merchandise“ eindecken. Und dabei noch die Organisation unterstützen – besser geht es ja kaum. Ebenfalls zum ersten Mal gab es zugunsten von Captain Paul Watsons Umweltorganisation ein Fan-Fotostudio. Für drei Euro bekam man sein witziges Foto ausgedruckt und der Erlös ging komplett an Sea Shepherd – so macht das doch Spaß!

Ein Jahr lang wieder auf dieses Wochenende warten. Auf Freunde, Gleichgesinnte und auf die ganz persönlichen Helden. Das erscheint erst einmal unerträglich lang. Aber es ist gerade genug Zeit, um sich vorzubereiten. Kostümplanung, eigene Projekte verwirklichen, oder einfach die neu entdeckten Fandoms ergründen – es gibt immer etwas zu tun. Nach der Con ist irgendwie doch vor der Con.
Zwischen der RingCon 2012 und 2013 liegt ein knappes Jahr. Aber das heißt nicht, dass man auf Hobbits, Zwerge und Elben verzichten muss. Denn bereits zu Ostern reisen diese wieder nach Bonn in das Maritim Hotel. Denn wenn der „Hobbit“ ins Kino kommt, dann muss das gebührend gefeiert werden.
Und wie ginge das besser, als mit einer Con? Die Hobbit Convention „There and back again – A RingCon Special“ findet vom 30. März bis zum 1. April 2013, also am Osterwochende statt. Und eins lässt sich mit Sicherheit sagen: Es werden viele Mitglieder der RingCon-Familie dort sein!



